Montag, 24. Oktober 2011

[Rezension] Nacht

Hey!
Nacht von Elena Melodia ist ein total spannendes Buch, wobei ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Wenn mich jemand fragen würde, was es für ein Genre ist, wüsste ich ehrlich gesagt keine Antwort, weil ich es nirgendwo richtig zuordnen kann. Fantasy ist es eigentlich nicht, jedenfalls merkt man in diesem ersten Band noch nichts davon.

Inhalt: Alma ist ein 17-jähriges Mädchen, das niemandem richtig vertraut. Sie hat nur drei enge Freundinnen. Um mit ihnen befreundet sein zu dürfen, muss man einige Rituale mitmachen, z.B. sich von etwas trennen, was einem viel bedeutet. Sie tun das um zu beweisen, dass sie sich gegenseitig vertrauen können. Trotzdem hat Agatha Geheimnisse vor ihnen. Sie ist insgesamt ziemlich ruhig, doch die Mädels sind sich sicher, dass sie ihnen etwas verheimlicht. Als ein Video von Seline die Runde macht, auf dem sie halb nackt ist, üben die Mädchen Rache an Selines Ex-Freund. Hätte man sie nicht aufgehalten, hätte Agatha Adam umgebracht. Doch das sind nicht die einzigen Probleme. Alma hatte vor einigen Jahren einen Autounfall, bei dem zwei enge Freundinnen von ihr starben, sie kam unverletzt davon. Seitdem wird sie allerdings von Albträumen und starken Kopfschmerzen gequält.
Das war nicht weiter schlimm, doch seit sie dieses violette Heft in einem alten Schreibwarenladen gekauft hat, träumt sie von Morden, die erst noch passieren müssen und schreibt diese in Form von Geschichten in ihr Heft – allerdings erinnert sie sich nicht daran. Erst morgens sieht sie diese Geschichten. Außerdem wird sie in der Stadt von seltsamen Männern mit Sonnenbrille und Hut verfolgt. Es scheint als wüsste Morgan mehr als sie. Er ist immer da, wenn sie ihn braucht. Trotzdem hat er eine Menge Geheimnisse, von denen er Alma nichts erzählen kann.


Meinung:
Der Grund weshalb ich anfangs auf das Buch aufmerksam geworden bin, ist das Cover. Es ist ziemlich schlicht: Ein schwarzer Hintergrund, oben ein Gesicht. Man sieht es von der Seite und das Mädchen trägt eine Kapuze, sodass man nicht viel von ihr erkennen kann.
Unten steht in glänzende, reflektierenden Buchstaben in dunkelblau der Titel des Buches.

Die Hauptperson Alma ist mir – besonders am Anfang – nicht wirklich sympathisch. Sie ist kalt und gefühllos, empfindet für niemanden etwas, außer für ihre kleine Schwester Lina, die seit dem Tod ihrer Vaters vor einigen Jahren nicht mehr gesprochen hat. Im Laufe der Geschichte kann man sich dann aber besser in sie hineinversetzen. Man versteht ihre Einstellung, niemandem zu vertrauen, da in dieser Geschichte wirklich niemand der ist, der er oder sie zu sein scheint. Selbst Agatha, die zu ihren engsten Freundinnen gehört, hat ein dunkles Geheimnis.
Dafür ist mir Naomi, eine der Freundinnen, umso sympathischer. Sie ist vielleicht etwas naiv, aber nicht dumm. Ihre Entscheidungen sind viel besser nachvollziehbar als Almas.
Seline mag ich auch gern, auch wenn sie etwas unsicher ist, nachdem sie sich einige Kommentare über das besagte Video anhören musste.
Agatha konnte ich von Anfang an nicht leiden und das hat sich auch nicht geändert. Nicht nur, dass sie Geheimnisse hat. Sie flippt sofort aus, wenn jemand etwas Falsches sagt, bei der Rache an Adam hätte sie ihn getötet, wenn die Mädels sie nicht aufgehalten hätten. Sie möchte auf keinen Fall, dass jemand ihr Haus betritt. Sie schiebt das auf die kranke Tante, bei der sie lebt, aber als man dann später die Wahrheit erfährt ist man schon ziemlich geschockt.

Der Schreibstil ist vor allem am Anfang etwas abgehackt. Die Sätze sind kurz und enthalten nur das Nötigste, Nebensätze sind so gut wie gar nicht vorhanden. Im Laufe des Buches werden die Sätze aber länger und man kann flüssiger lesen.
Jetzt habe ich schon ziemlich viel zu den Charakteren verraten, deshalb komme ich jetzt endlich zur Geschichte selbst.
Es geht eigentlich hauptsächlich um die Träume von Alma, in denen sie Morde voraussieht. Sie sieht die Opfer und wie sie angegriffen werden, den Täter kann sie allerdings nicht erkennen. Kurz nachdem sie nachts die Morde aufgeschrieben hat, passieren sie wirklich.
Die ganze Stadt versucht die Täter zu finden, besonders Alma, die unbedingt wissen will, warum ausgerechnet sie diese Träume hat.
Außerdem ist da Morgan. Die Beziehung zwischen den beiden ist ziemlich seltsam.
Er ist mysteriöser weise immer genau dann da, wenn Alma Hilfe braucht. Alma weiß absolut gar nichts über ihn, weder wo er wohnt, noch wer seine Eltern sind, nicht einmal seinen Nachnamen kennt sie. Trotzdem vertraut sie ihm. Er hat eine Menge Geheimnisse. Er weiß etwas über die Männer, von denen Alma verfolgt wird und reagiert nie schockiert oder auch nur erstaunt, egal was Alma ihm erzählt. Auch als sie ihm von ihrem Träumen erzählt, reagiert er, als hätte er bereits davon gewusst. Vielleicht war es ja auch schon? Man kann Morgan überhaupt nicht einschätzen, eben weil man so wenig über ihn erfährt.
Das Buch endet mit einem üblen Cliffhanger und ich nehme an, dass es weitere Bände geben soll. Sonst wäre es sehr seltsam, da das Buch nicht mal ein richtiges Ende hat sondern einfach abbricht. Es bleiben jede Menge Fragen offen und ich bin schon total gespannt auf den nächsten Band!
Obwohl ich Alma nicht so sympathisch fand, vergebe ich für das Buch 10/10 Punkten, weil es mich von Anfang an voll und ganz gefesselt hat und das ist es schließlich, was ein gutes Buch ausmacht. :)

An dieser Stelle möchte ich dem PAN Verlag ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars danken. :)

Das Buch Nacht ist am 4. Oktober im PAN Verlag erschienen, hat 448 Seiten und kostet €16,99. Die Altersempfehlung für dieses Buch liegt bei 14+ Jahren.

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