Sonntag, 5. Februar 2012

[Rezension] House of Night 1 - Gezeichnet/Marked

 House of Night wurde von P.C. Cast und ihrer Tochter Kristin geschrieben.
Inhalt: Zoey ist mitten in einem ganz normalen Schultag, als plötzlich ein Vampyr neben ihrem Schließfach steht und sie zeichnet. Sie muss nun so schnell wie möglich ins House of Night, ein Vampyrinternat, wo sie ausgebildet und auf die Wandlung zu einem vollständigen Vampir vorbereitet wird. Sie versucht unbemerkt nach Hause zu kommen, doch ihr fast-ex-Freund Heath sieht das halbmondförmige Zeichen auf ihrer Stirn. Sie kann ihn abschütteln und fährt nach Hause, wo sie von ihrer Mutter und ihrem „Stiefpenner“, wie sie ihn nennt, erwartet wird. Er ist ein wichtiges Mitglied der Kirche und ist der Überzeugung, Zoey wurde gezeichnet, weil sie sich schlecht verhalten hat und Gott sie dafür bestrafen möchte. Da sie von ihren Eltern nicht viel zu erwarten hat, flieht sie zu ihrer Großmutter.
Es stellt sich heraus, dass Zoey etwas Besonderes ist. Ihr Mal sieht anders aus, als bei anderen Jungvampyren. Außerdem liegt es jetzt wohl an ihr, sich gegen die Anführerin der „Töchter der Nacht“ zur Wehr zu setzen. Dabei möchte sie doch nur normal sein und irgendwo dazu gehören...


Meinung:
Ich habe das Buch schon mindestens 3x auf Deutsch und 2x auf Englisch gelesen, woraus man wohl schließen kann, dass es mir gefällt.

Die Idee an sich fand ich wirklich gut. Man wird nicht von einem Vampir gebissen und verwandelt sich dann innerhalb kurzer Zeit, sondern wird ausgewählt, gezeichnet und anschließend vier Jahre lang ausgebildet, bis man schließlich ein richtiger Vampyr ist.
Ist der Körper nicht stark genug für die Wandlung, stirbt der Jungvampyr innerhalb dieser vier Jahre. Das ist der Grund, weshalb die Vampyre großen Wert auf viel Sport und richtige Ernährung legen.

Das Leben dort ist nicht einfach, vor allem weil so viel auf einmal passiert und alles neu für Zoey ist. Da hilft es ihr sehr, dass sie gleich an ihrem ersten Tag Freunde findet und sich super mit ihrer Zimmergenossin versteht.
Aber es nicht alle sind so nett. Aphrodite versucht gleich am ersten Tag Zoey das Leben dort so schwer wie möglich zu machen. Dafür gibt es zwei Gründe:
1. zieht Zoey mit ihrem ungewöhnlichen Mal die Aufmerksamkeit auf sich und Aphrodite steht nicht mehr im Mittelpunkt.
2. scheint Aphrodites Ex-Freund, über den sie noch nicht hinweg ist, Interesse an Zoey zu haben.

Dass Zoeys neues Leben im House of Night nicht gerade ereignislos beginnt, kann man sich da denken.

Manchmal ging es mir sogar zu schnell. Es passierte viel mehr, als man wirklich „verkraften“ konnte. Das Buch ist auf Englisch etwa 300 Seiten dick und auf Deutsch sind es sogar über 460 – und die Handlung dauert nur ein paar Tage, ich glaube 4 oder 5.

Bei den ganzen Dingen die geschehen, ist es manchmal schwer zu folgen. Aber auf jeden Fall wurde es nie langweilig. ;)


Charaktere:

Die Protagonistin Zoey mochte ich schon im ersten Band nicht besonders und diese Abneigung wurde in den Folgebänden immer stärker.
Sie ist meiner Meinung nach einfach ziemlich nervig. Sie regt sich total über Kleinigkeiten auf und wiederholt manche Dinge immer wieder. Zum Beispiel spricht sie Erik immer wieder auf seine Ex an, obwohl sie sich schon seit Monaten getrennt haben. Anstatt einfach den Moment zu genießen, muss sie aus allem ein Drama machen.
Außerdem unterschätzt sie ihre Freunde total und vertraut ihnen nicht. Sie hat viele Geheimnisse vor ihnen, nur weil sie Angst hat, dass sie sie dann nicht mehr mögen.

Stevie Rae ist die Zimmergenossin und von da an beste Freundin von Zoey. Sie kommt sehr jung und naiv rüber, obwohl sie genauso alt ist wie ihre Mitschüler. Ich glaube aber, genau das macht sie so liebenswürdig.

Erin und Shaunee sind wie Zwillinge, obwohl sie äußerlich überhaupt keine Ähnlichkeit haben. Vom Charakter her sind sie aber exakt gleich und ergänzen sogar Sätze, die die andere angefangen hat. Die beiden sind echt genial und haben auf alles eine passende Antwort.

Damien ist schwul und macht kein Geheimnis daraus. Seine Eltern konnten nicht damit umgehen und so ist er froh gewesen, als er gezeichnet wurde und ins House of Night kam. Er ist extrem klug und benutzt dauernd Fachbegriffe, die niemand aus der Clique versteht, weshalb er sie immer wieder geduldig erklärt.
Ich fand es echt witzig zu lesen wie die Zwillinge darauf reagiert haben, wenn er etwas gesagt hat, was sie nicht verstanden haben. :p

Vermutlich werden es die meisten seltsam finden, wenn ich sage, dass ich Aphrodite von den Charakteren fast am liebsten mochte. Sie ist nicht so einfach gestrickt wie Zoeys Clique und man durchschaut sie nicht sofort. Auf den ersten Blick mag sie wie eine eingebildete Zicke erscheinen, aber sie hat schon ihre Gründe dafür, dass sie so ist, wie sie eben ist.

Sprache:
Wie bereits erwähnt habe ich das Buch sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gelesen.
House of Night ist sehr umgangssprachlich geschrieben, was viele Leser – besonders Erwachsene – stört. Für mich ist es allerdings okay, da sich Jugendliche in der Realität oftmals auch nicht besonders gewählt ausdrücken und es ist einfach viel authentischer, als wenn die Charaktere dauernd irgendwelche Fachbegriffe verwenden, die der Leser unter Umständen gar nicht kennt.

Auf Englisch ist das Buch auch für „Einsteiger“ geeignet, also Leute die mit fremdsprachigen Büchern noch keine große Erfahrung haben. Bei mir ist es auch das erste und bisher einzige Buch was ich gelesen habe, dass nicht Deutsch war und ich bin super damit klargekommen.
Man sollte dazu aber erwähnen, dass ich im Englischunterricht in der Schule immer gute Noten habe und mich auch sonst etwas mit der Sprache beschäftige, indem ich z.B. Songtexte übersetze oder Serien auf Englisch anschaue.
Trotzdem dürfte das Buch für niemanden ein großes Problem darstellen. Natürlich gibt es immer wieder einzelne Wörter, die man nicht versteht, aber das macht nichts. In den allermeisten Fällen kann man die Bedeutung aus dem Zusammenhang erschließen und zur Not gibt es ja immer noch Wörterbücher oder Google. ;)

Fazit: 
Bei dieser Reihe gibt es so geteilte Meinungen wie bei keiner anderen. Die einen lieben die Bücher - die anderen hassen sie. Ich zähle mich selbst zur ersten Gruppe. Obwohl ich immer wieder viele Kritikpunkte finde, mag ich sie trotzdem. Den 1. Band sollte man auf jeden Fall mal lesen, wenn man solche Bücher eigentlich mag. Es ist eben wie bei allem anderen einfach Geschmackssache.

Das Buch kostet auf Deutsch gebunden €16,95 (FJB) und als Taschenbuch €8,99 (Bastei Lübbe).
Auf Englisch kostet es als Taschenbuch €6,60 (Macmillan US).
Das Englische Cover sieht genauso aus wie das Deutsche, nur dass der Titel natürlich anders ist.

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