Donnerstag, 31. Oktober 2013

[Rezension] Frostblüte

Titel: Frostblüte
Autorin: Zoë Marriott
Verlag: Carlsen
Format: Broschiert
Seitenzahl: 455
Preis: €14,99
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Reihe: ? Anm.: Laut goodreads.com gibt es einen 1. Teil, allerdings scheinen die Bücher unabhängig voneinander zu sein. Der andere Teil wurde nicht übersetzt.
Danke an den Verlag und BloggdeinBuch!

Inhalt:
Frost trägt einen Wolfsdämon in sich. Immer, wenn sie von anderen körperlich verletzt wird, drängt er sich an die Oberfläche und Frost verliert die Kontrolle über ihren Körper. Dann kann sie für nicht mehr garantieren. Seit dem ersten Ausbruch des Dämons wird sie von allen Menschen gemieden und immer wieder verjagt, wenn die Gerüchte ihr folgen. Nicht einmal ihre Mutter traut ihr. Nach deren Tod macht sich Frost auf den Weg, die Feuergöttin zu finden. Stattdessen trifft sie auf Luca, den Hauptmann der Berggarde. Er überzeugt sie davon, sich ihnen anzuschließen und an sich selbst zu glauben. Doch kann sie das tun, ohne alle in Gefahr zu bringen?

Meinung:
Frost hat nach dem Tod ihrer Mutter das Land verlassen, um sich auf die Suche nach der Feuergöttin zu machen, die sie angeblich von dem Dämon befreien kann. Das ist der Grund, weshalb sie über die Geschehnisse in Ruan nicht auf dem Laufenden ist. Es herrschte Krieg zwischen zwei Völkern unterschiedlicher Hautfarben und eine Gruppe Aufständischer versucht immer noch, sich durchzusetzen. Die Aufgabe der Berggarde ist es, diese Gruppe auszuheben. Von all dem hat Frost nichts mitbekommen und ist nun überrascht. Nachdem der Dämon fast für den Tod des Hauptmannes der Garde gesorgt hat, wird sie festgenommen und flieht mehrmals, bis sie überzeugt werden kann, bei ihnen zu bleiben. Obwohl er keinen Grund dazu hat, vertraut Luca Frost und ist sicher, dass sie eine Bereicherung für seine Truppe wäre.
Dass es ihn so viel Mühe kostet, das zu erreichen, liegt an Frosts Unsicherheit. Die rührt aber nicht von etwas so oberflächlichem her, wie schlechtem Aussehen oder Schüchternheit, sondern davon, dass sie nie wirklich geliebt wurde und ihr seit 10 Jahren niemand mehr vertraut hat. Immer kam der Wolfsdämon ans Licht, bevor sie sich den Dorfbewohnern nähern konnte und sie musste weiterziehen, nachdem sie sich mit Mühe aus der Todesstrafe herausreden konnte. Dann lebt sie eine Weile allein im Wald, wo sie einsam, frierend und hungernd ums Überleben kämpfen muss, weil sie niemanden mehr hat. Diese Zurückhaltung, aus Angst, jemandem etwas anzutun, macht ihren Charakter aus. Sie ist sehr vorsichtig, doch sie verliebt sich trotzdem in Luca, der ihr als einziger Menschen Zuneigung entgegenbringt und an sie glaubt.
Das alles ist einem allerdings noch nicht zu Beginn bewusst, sondern man erfährt erst später Schrittweise von den Ereignissen, die ihr Leben geprägt haben.
Das Buch enthält kurze Rückblicke in Frosts Kindheit und Auszüge aus immer wiederkehrenden Albträumen, die einem helfen, die Protagonistin besser zu verstehen, Mitleid verursachen und sie einem sympathischer erscheinen lassen.
Frost ist eine gute Protagonistin, die zwar Angst hat und dieser auch oft nachgibt, aber auch starke Momente hat. Das ist nur realistisch und man kann sich gut mit ihr identifizieren, auch wenn man nicht das selbe durchgemacht hat. Durch diese Sympathie fühlte ich immer mit ihr mit und fieberte darauf hin, dass sie Beziehungen zu anderen Charakteren entwickelt, um ihren Umgang mit anderen Menschen kennenzulernen. Ihre Entwicklung ist sehr interessant.

Die Berggarde ist vollkommen gegen unnötige Gewalt. Als eines ihrer Mitglieder einen gefesselten Mann tritt, weil er eine Frau angegriffen hat, sind sämtliche Menschen enttäuscht und der Angreifende ist schockiert wegen dem was er getan hat. Diese Friedfertigkeit, die solange aufrecht erhalten wird, bis es nicht mehr anders geht, machte alle Charaktere gleich sehr sympathisch.
Der einzige, der Probleme verursacht ist Arian, Lucas bester Freund. Er und Frost kommen überhaupt nicht miteinander aus und er versucht ihr das Leben schwer zu machen und sie wieder zu vertreiben, wovon diese sich aber dank Luca nicht allzu sehr beeindrucken lässt.

Das Einzige, was mich etwas gestört hat, ist die Unwissenheit zu Beginn. Man erfährt zunächst nichts über die Vergangenheit der Protagonistin, sondern startet in dem Moment, wo sie sich allein im Wald befindet und kurz darauf Luca trifft. Auch über die gesamte Welt erfährt man nichts, sondern bekommt es nur später beiläufig in einem Gespräch mitgeteilt.

Fazit:
Ein High-Fantasy-Buch, das auch für diejenigen geeignet ist, die eher wenig mit erfunden Welten anfangen können. Es gibt keine komplizierten Weltentwürfe, die man erst mal verstehen muss und die Protagonistin ist einzigartig und man muss einfach mit ihr mitfühlen. 
4,5/5 Punkten

Kommentare:

  1. Na, das klingt ja gut :) Ich mag High Fantasy eigentlich nicht so gerne, weil ich mich da oftmals nicht hineinversetzen kann, aber wenn du sagst, dass es auch für diejenigen geeignet ist, die High Fantasy eigentlich nicht so gerne mögen, werde ich es früher oder später wohl doch noch lesen :) Schöne Rezension!

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    1. Ja, würde ich schon sagen. Ich mag das Genre sonst nämlich auch nicht. :D

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