Samstag, 28. Dezember 2013

[Rezension] Martyn Pig


Inhalt:
Martyn Pig hatte mit seinem alkoholabhängigen Vater und seiner abwesenden Mutter nie ein wirklich schönes Leben. Durch einen Unfall und dessen Konsequenzen wird es nun noch deutlich schlimmer. Er muss schwierige Entscheidungen treffen, durch die nicht nur seine Zukunft auf dem Spiel steht.

Meinung:
Am Anfang des Buches gibt es eine kurze Einführung, in der man über Martyn und sein Leben insofern informiert wird, wie es für die Geschichte relevant ist. Unnötige Lebensgeschichten spart sich der Autor.

Martyn Pig ist eher ein Einzelgänger. Er hat bis auf die ältere Alex keine Freunde und muss sich immer wieder mit Späßen aufgrund seines Namens herumschlagen. Seine Familie besteht nur noch aus seinem alkoholabhängigen Vater, von dem er wenig beachtet wird und der sich nicht um ihn kümmert und seiner Tante Jean, die einmal im Jahr vorbei kommt und die er mehr hasst als alles andere.

Als es zu einem Unfall kommt, weiß Martyn nicht, wie er reagieren soll. Mit seinen 14 Jahren hat er nicht genug Lebenserfahrung, um direkt richtig zu handeln und entnimmt stattdessen Handlungsweisen aus den Detektivgeschichten, die er so sehr liebt. Dadurch wird die Geschichte etwas klischeehaft, allerdings erleichtert es einem, sich in die Geschichte hineinzudenken.

Die Handlung des Buches ist ungewöhnlich und wie in seinen anderen Büchern beschäftigt sich der Autor mit einem ernsten Thema. Das Buch ist interessant und spannend und ich war sehr gespannt, wie es ausgehen wird. Ich habe mir immer wieder andere Möglichkeiten ausgemalt, wie das Buch enden könnte, aber das, was letztendlich passiert ist, ist mir nicht in den Sinn gekommen. Durch mehrere wirklich überraschende Wendungen hält der Autor gekonnt die Spannung und das Interesse des Lesers auf sich.

Aber auch nach dem Ende des Buches sollte man mit der Geschichte noch nicht abgeschlossen haben. Die Geschichten des Autor handeln in der Regel von einem ernsten Thema, mit dem sich gerade Jugendliche sonst nicht beschäftigen und regen dazu an, genau das zu tun und darüber nachzudenken.

Das Buch ist in kurzen, einfachen Sätzen geschrieben und der Autor beschränkt sich auf das Notwendige. Dabei ist der Schreibstil aber nicht gefühllos, sondern es wird handlungstechnisch einfach nicht mehr erzählt, als wichtig ist, um das Erzählte zu verstehen. Die Geschichte wird aus Sicht des Protagonisten erzählt, einige Zeit nach der eigentlichen Handlung des Buches. So lassen sich auch Abschnitte erklären, die viele Fragen enthalten oder keinen Sinn zu machen scheinen, da diese Martyns Gedanken darstellen und verdeutlichen, wie es ihm gerade geht und worüber er nachdenkt.

Fazit:
Wieder ein Buch von Kevin Brooks das mich fesseln und zum nachdenken anregen konnte. Die etwas klischeehaften Handlungen des Protagonisten, die die Geschichte zudem etwas unrealistisch machten, sorgen hierbei für einen kleinen Abzug in der Bewertung.
4/5 Punkten

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