Donnerstag, 26. Dezember 2013

[Rezension] Slam

Titel: Slam
Autor: Nick Hornby
Verlag: Klett (Ausgabe mit Annotationen und Anhang)
Format: broschiert
Seitenzahl: 254
Preis: €9,20
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Reihe: -


Inhalt:
Sam ist sechzehn, als er Alicia kennenlernt. Obwohl sie zunächst abweisend ist, werden die beiden schnell ein Paar. Da schon zwei Generationen vor ihm früh Eltern geworden sind und ihr Leben deshalb nicht so leben konnten, wie sie wollten, hat Sam sich fest vorgenommen, dass ihm nicht das selbe passieren wird. Doch dann teilt Alicia ihm mit, dass sie schwanger ist...
Meinung:
Sam ist der Protagonist des Buches. Als Ich-Erzähler fand ich ihn ziemlich witzig. Das Buch ist so geschrieben, als würde es wirklich erzählt werden. Dazu gehört auch, dass es teilweise etwas unstrukturiert ist oder dem Erzähler die Worte fehlen, etwas angemessen zu beschreiben oder zu erzählen. Das nahm dem Buch aber etwas die Ernsthaftigkeit, wofür ich dankbar bin.
Sam denkt wenig nach, bevor er spricht, sodass er sich immer wieder in Situationen wiederfindet, wo er etwas gesagt hat, das er nicht so meinte. Dann ist er allerdings zu stolz, das Gesagte wieder zurückzunehmen. Beziehungen sind allgemein nicht seine Stärke, egal ob zu Freunden, Familie oder seiner Freundin. Er handelt immer unüberlegt und unpassend und muss dann mit den Konsequenzen leben.

Sein Idol ist Tony Hawk, ein professioneller und sehr bekannter Skateboarder. Seine Autobiografie hat er hunderte von Malen gelesen und kennt sie praktisch auswendig. So kommt es, dass er mit seinem Tony Hawk Poster spricht, wenn er das Bedürfnis hat zu reden, und sich dann einbildet, dass er antwortet. Diese Antworten entnimmt er aus seinem Buch. Das ist schon ziemlich seltsam und ich musste mich erst mal daran gewöhnen, allerdings ist es verständlich, wenn er keinem Menschen seine Geheimnisse und Gedanken anvertrauen möchte. Anders wurde es aber immer, wenn Sam sich darüber beschwerte, wenn Tonys Antworten nicht zu seinen Fragen passten oder er sich sogar aufregte, dass das Poster nur über sich selbst spricht.
Außerdem hängt das Poster noch mit einer anderen Sache im Buch zusammen, die ich an dieser Stelle aber nicht verraten möchte. Es soll nur gesagt sein: Es wird noch verrückter.

Dieses Buch wird als Schullektüre im Englischunterricht eingesetzt. Dementsprechend wird es natürlich nicht nur zum Spaß gelesen, sondern soll den Schülern auch bestimmte Botschaften übermitteln. Das wird auch mehrmals deutlich, sodass der Leser diese Botschaften auch ja nicht übersieht.
Hauptsächlich handelt das Buch von Teenagerschwangerschaften und den daraus entstehenden Konsequenzen in der Zukunft. Der Leser wird dabei aber nicht direkt angesprochen oder so, sondern die Hauptfigur des Buches findet sich in entsprechenden Situationen wieder und denkt über diese Dinge nach.

Liebe und Beziehungen im allgemeinen werden hier aber wohl sehr viel realistischer dargestellt, als es in reiner Unterhaltungsliteratur der Fall ist.

Fazit:
Trotz der etwas schwierigen Hauptfigur und dessen Gewohnheiten fand ich das Buch nicht schlecht. Es ist allerdings kein Buch, das man ausschließlich aus Spaß liest, sondern unübersehbar eine Unterrichtslektüre, die von entsprechenden Botschaften nur so strotzt.
3/5 Punkten

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