Donnerstag, 22. Mai 2014

[Rezension] Warm Bodies

Titel: Warm Bodies
Autor: Isaac Marion
Verlag: Tropen-Verlag (Klett-Cotta)
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 298
Preis: €9,95
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Reihe: Ja, kann aber auch einzeln gelesen werden

Inhalt:
Schon vor vielen Jahren brach plötzlich etwas aus, das die Menschen in Zombies verwandelte. Ob es ein Virus oder Fluch war, weiß man nicht. Es gibt nicht mehr viele Menschen und auch die werden gegen die Übermacht der Zombies nicht mehr lange bestehen können. Eines Tages rettet der Zombie R allerdings ein Mädchen und von da an ändert sich alles. Kann es sein, dass er wieder menschlich wird und man die Welt noch retten kann?

Meinung:
Post-apokalyptische Bücher gibt es viele und auch welche mit Zombies sind nicht selten. In der Regel werden diese aber aus Sicht eines menschlichen Überlebenden erzählt, nicht aus der des Zombies. Allein das lässt dieses Buch schon aus der Masse herausstechen.

Die meisten Zombies sprechen nicht, kommunizieren auch nicht auf andere Weise, sondern taumeln und stöhnen nur, obwohl sie in einer Art Gemeinschaft an einem Ort zusammenleben. R ist da anders. Zwar ist er nicht mehr lebendig, allerdings ist er noch kaum verwest und sieht bis auf seine Hautfarbe noch menschlich aus. Außerdem denkt er klar und kann auch sprechen, solange er nicht mehr als ein paar Silben am Stück sagen muss.
Allein durch die Erzählweise wird also nicht klar, dass es sich bei ebendiesem Erzähler um einen Untoten handelt. Auch die Unterhaltungen mit seinem besten Freund sind teilweise sehr gewöhnlich und entsprechen denen von Menschen – davon abgesehen, dass sie sehr viel kürzer sind und in unvollständigen Sätzen stattfinden.

Wenn sie von einer Liebesgeschichte zwischen einem Menschen und einem Zombie hören, denken sich die meisten vermutlich nur „Bitte was?“. Wenn man es in diesem Buch allerdings liest, kommt es sehr viel glaubwürdiger und natürlicher rüber, als man es für möglich halten würde.
R ist wirklich kein typischer Zombie und weiß so manches mal zu überraschen, da er im Laufe des Romans eine unglaubliche Entwicklung durchmacht.

An vielen Stellen ist das Buch sehr brutal und detailreich geschrieben und deshalb nichts für Kinder oder Leute mit schwachen Mägen. Es wird beispielsweise genauestens beschrieben, wie Menschen von Zombies gefressen werden. Trotzdem weist das Buch einen gewissen Humor auf, der mich so manches Mal zum Lachen bringen konnte.

„Mein Freund M sagt, das sei die Ironie, wenn man ein Zombie ist: Alles ist komisch, aber man hat nichts zu lachen, weil einem die Lippen weggerottet sind.“ (Seite 13)

Zu Beginn konnte mich das Buch nicht besonders fesseln. Obwohl die Zombie-Sicht ziemlich interessant war, kam die Handlung nicht richtig in Schwung. Ich konnte aber trotzdem noch überzeugt werden und die Geschichte nahm mit jeder weiteren Seite an Spannung zu.

Fazit:
Durch die Erzählperspektive aus Sicht eines Zombies wird das Buch zu etwas Besonderem. Außerdem spielen Spannung, Humor und blutige Beschreibungen zu einem interessanten Roman zusammen, der nach etwas „Anlauf“ doch noch überzeugen konnte.
3/5 Punkten

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