Sonntag, 10. Januar 2016

[Rezension] Life after Life / Die Unvollendete


Autorin: Kate Atkinson
Verlag: Black Swan / Droemer TB
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 624 / 592
Preis: €8,70 / €9,99

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich ewig dafür gebraucht habe.
Es geht um ein Mädchen, das 1910 geboren wird und von da an auf immer unterschiedliche Weisen ums Leben kommt, neugeboren wird und von vorn beginnt.

Auch wenn das natürlich grausam klingt, fand ich es ziemlich unterhaltsam, immer wieder zu lesen, wie sie es beim nächsten Versuch schafft, dem Tod auszuweichen. Obwohl man ihr Leben seit ihrer Geburt verfolgt, lernt man sie aber leider bis zum Ende nicht richtig kennen. Das liegt zum einen daran, dass man immer nur kurze Abschnitte miterlebt und zum anderen daran, dass sich ihr Leben je nach "Version" in unterschiedliche Richtungen entwickelt und sie jedes Mal ein anderer Mensch ist, der auf verschiedene Weise von seinen Erfahrungen geprägt wurde.
Wichtig sind auch die anderen Charaktere, die wichtige Rollen spielen und zeitweise gefühlt eher im Mittelpunkt standen als Ursula selbst. Ihre Eltern, ihre Geschwister, die Beziehungen zueinander bleiben während des Buches relativ konstant und Ursulas Umgebung ist zumindest am Anfang ihres Lebens noch ziemlich gleichbleibend, wenn auch sie selbst sich verändert.

Mal sind die Abschnitte ihres Lebens sehr kurz und sie findet schnell wieder den Tod, mal dauert es lange an und man denkt schon, sie hätte das Schicksal endlich besiegt, wenn doch irgendetwas schief läuft.
Das Buch beginnt quasi mit dem letzten Kapitel, aber natürlich ist einem am Anfang der Kontext noch nicht klar und man weiß nicht genau, was genau passiert und wie es dazu gekommen ist. Ich fand es spannend herauszufinden, worauf das Buch letztendlich hinausläuft und was an Ursula so besonders ist, dass sie immer wieder dem Tod von der Schippe springt und einen weiteren Versuch erhält.

Durch die Zeit, in der das Buch spielt, enthält man außerdem Einblicke in das Leben während der Weltkriege in England, aber das eher nebenbei. Die Protagonistin erzählt nämlich nicht direkt, wie es ihr ergangen ist und wie ihre momentane Situation ist, sondern man wird zusammenhanglos ins Geschehen geworfen und muss sich selbst einen Überblick beschaffen. Das ist oftmals verwirrend und ich habe teilweise das ganze Kapitel über nicht gewusst, wie die Situation gerade aussieht. Dazu kommt noch, dass man irgendwann den Überblick verliert, welche Version der Vergangenheit denn gerade "aktuell" ist und für Ursula wirklich passierte.

Fazit:
Eine wirklich interessante und unterhaltsame Geschichte über das Leben eines Mädchens, das immer wieder die Kriegszeit erlebt. Leider ist es teilweise sehr verwirrend und man kann keine Bindung zur Protagonistin aufbauen.
4/5 Punkten

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