Mittwoch, 30. März 2016

[Rezension] Doppler

Autor: Erlend Loe
Verlag: KiWi
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 150
Preis: €7,99
Kaufen? *klick*
Reihe: -

Inhalt:
Andreas Doppler hat genug. Als er im Wald mit dem Fahrrad stürzt, macht er sich Gedanken über sein Leben und kommt zu dem Entschluss, dass er so nicht mehr leben möchte. Kurz entschlossen packt er seine Sachen und zieht in den Wald, um von nun an dort zu leben. Abseits von der Gesellschaft und seiner Familie und stattdessen mit einem Elch-Kalb. Als seine Frau ihm schließlich die Deadline setzt, bis zur Geburt ihres Kindes wieder zurück zu sein, muss er sich überlegen, wo seine Prioritäten liegen und ob es nicht langsam Zeit ist, wieder zurückzukehren.

Meinung:
Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen habe, war mein Interesse geweckt. Ein Mann, der sich dafür entscheidet, für mehrere Monate ohne Besitz im Wald zu leben und sich dabei auch noch mit einem Elch-Kalb anfreundet, dessen Mutter er getötet hat? Ich kann nicht behaupten, so etwas schon einmal gelesen zu haben.

Der Schreibstil ist so gewählt, dass Doppler selbst von seinen Erlebnissen berichtet. Zu Beginn des Buches lebt er schon seit einiger Zeit im Wald und man weiß zunächst nicht, wie es dazu kam. Erst nach und nach setzt sich alles zusammen, weil die Geschichte etwas wirr erzählt wird. Doppler schweift zwischendurch immer ab und erzählt an einer anderen Stelle weiter, sodass man die Ereignisse nicht linear erfährt. Da das Buch wie eine Erzählung wirken soll, hat mir das aber gut gefallen. Außerdem ist man umso gespannter darauf, wie es weitergeht, wenn man die Hintergründe noch erfahren möchte.

Doppler ist ein sehr ungewöhnlicher Charakter, was vermutlich schon deutlich geworden ist. Laut eigener Aussage mag er keine Menschen und es gibt einiges, was ihn so sehr an der Gesellschaft stört, dass er kein Teil mehr davon sein möchte. So sehr, dass er dafür sogar seine Kinder zurücklässt, was ihm aber eigenartigerweise keine Probleme zu bereiten scheint. Das fand ich ein bisschen unrealistisch, denn obwohl er nicht weit von zu Hause entfernt ist, macht es ihm nichts aus, sie monatelang nicht zu sehen und auch die Kinder scheinen damit wohl kein allzu großes Problem zu haben. Ganz davon abgesehen, dass seine Frau das einfach so mitmacht und akzeptiert.

Durch die Absurdität der Geschichte und den Erzähler ist das Buch ziemlich witzig. Mehr als einmal musste ich grinsen oder laut auflachen und auch durch die geringe Seitenzahl ist das Buch einfach kurze Unterhaltung.
Trotzdem ist es keine leichte Kost, die man sofort wieder vergisst. Doppler macht sich schließlich seine Gedanken über die Gesellschaft und kritisiert einiges und als Leser bleibt man natürlich nicht davon verschont, sich selbst auch etwas damit zu beschäftigen. Auf eine gewisse Art kann ich Doppler nämlich verstehen, auch wenn ich definitiv keinen so drastischen Schritt wagen würde.

Fazit:
Ein kurzes Buch, das auf eine absurde Art witzig ist, dabei aber trotzdem zum Nachdenken anregt. Durch die Kürze bleibt es in manchen Aspekten jedoch etwas oberflächlich und ist nicht immer ganz realistisch.
3/5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen