Samstag, 5. März 2016

[Rezension] Schmetterling aus Staub

Autorin: Anna Palm
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Format: Hardcover
Seitenzahl: 344
Preis: €14,95
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Reihe: -


Inhalt:
Mika wurde als Harmoniemädchen geboren und ist auch bei der Selektion wieder diesem Bereich zugeteilt geworden und muss somit ihre Eltern nicht verlassen – aber nur, weil sie sich verstellt hat. Die Menschen leben in vier Städten, streng getrennt und unterteilt nach ihren Eigenschaften, denn nur so ist ein sicheres Leben möglich. Plötzlich sitzt jedoch ein Risikojunge auf der Mauer von Mikas Garten, allerdings scheint er ihr gar nicht gefährlich zu sein und sie beginnt langsam, am System zu zweifeln.

Meinung:
Im Deutschland dieser Welt leben die Menschen in vier streng getrennten Bezirken. Mit acht Jahren werden sie je nach Eigenschaften einer Kategorie zugeordnet: Harmonie, Risiko, Macht oder Ehrgeiz. Dadurch wird bestimmt, wie ihr weiteres Leben aussehen wird. Freiheiten haben sie dabei keine, aber sie haben gelernt, sich an das System anzupassen und den Herrscher Caesar nicht infrage zu stellen.

Mika hat sich bei der Selektion verstellt, damit sie ihre Familie nicht verlassen muss. Sie ist freundlich und sympathisch, hat aber auch Eigenschaften, die sie eigentlich nicht zum Harmoniemädchen qualifizieren. Sie ist ehrgeizig, clever und hat manchmal mit Aggressionsproblemen zu kämpfen, die für ihre Stadt absolut untypisch und eigentlich unmöglich sind. Sie ist eine gute Protagonistin, da ihr schon bewusst ist, dass das System nicht so perfekt ist, wie es dargestellt wird, bevor jemand anderes sie darauf aufmerksam machen muss. Außerdem zeigt sie gut, dass eine Einteilung entsprechend einzigen Eigenschaft bei Menschen unmöglich ist. Sie handelt oft unüberlegt oder unlogisch, allerdings sorgt auch das eher dafür, dass sie realistisch wirkt.

Die anderen Charaktere, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt, haben mir ebenfalls gut gefallen. Alle sind geprägt von der jeweiligen Gruppe, in der sie aufgewachsen sind und diese Eigenschaften stechen schon heraus, allerdings haben sie sehr viel mehr zu bieten und können den Leser so manches Mal überraschen.

Die Handlung hat mir gut gefallen. Die Idee ist nicht unbedingt einzigartig und ich könnte aus dem Stehgreif einige Bücher nennen, die nicht zu leugnende Ähnlichkeiten mit diesem Plot haben, allerdings gibt es im Bereich der Dystopien immer gewisse Parallelen und letztendlich geht es mehr darum, wie die Idee umgesetzt wurde.
Das ist meiner Meinung nach ziemlich gut gelungen. Man erhält zunächst eine Einführung in die Welt, die aber nicht langweilig gestaltet ist, lernt die Hauptfigur in ihrem Leben kennen und erfährt von ersten Problemen und dann gehen die Konflikte los. Davon gab es so einige, auch immer wieder zwischen den Hauptfiguren, was die Lektüre interessant gemacht und unterschwellig auch einiges über die fiktive Welt gezeigt hat.
Es gab immer wieder Wendungen, die ich nicht erwartet hatte und gerade zum Ende hin wurde es super spannend. Am Schluss wurde auch alles gut aufgelöst und es bleibt nicht zu viel offen, da es sich um einen Einzelband handelt.

Fazit:
Eine gelungene Dystopie mit unerwartet vielseitigen Charakteren, die mich trotz nicht ganz neuer Ideen überzeugen konnte.
4/5 Punkten

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