Donnerstag, 14. April 2016

[Rezension] Mein bester letzter Sommer

Autorin: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Format: Hardcover
Seitenzahl: 365
Preis: €14,99
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Reihe: -


Inhalt:
Tessa weiß, dass sie bald sterben wird und sie bereut, nicht mehr aus ihrem Leben gemacht zu haben. Immer hat sie auf den perfekten Augenblick gewartet, aber der kam nie und so hat sie vieles noch nicht erlebt, was sie vor ihrem Tod unbedingt gemacht haben wollte. Trotzdem verkriecht sie sich in ihrem Zimmer, weil ihr nun alles sinnlos erscheint. Bis sie Oskar kennenlernt und er Tessa auf eine letzte Reise mitnimmt, damit ihre letzten Wochen die besten werden, die sie haben kann.

Meinung:
Tessa ist todkrank und das weiß sie bereits seit ein paar Monaten. Sie ist wütend auf ihre Familie, ihre Freunde, aber vor allem auf sich selbst. Immer war sie die perfekte Tochter, die perfekte Schülerin und hat alles dafür gegeben, dass sie in ihrer Zukunft viel erreichen kann. Nur wird sie diese Zukunft nun nicht mehr haben und sie bereut, ihre Zeit nicht sinnvoller genutzt zu haben.

Tessa verhält sich gerade am Anfang ihrer Familie gegenüber ziemlich gemein. Auf alles hat sie eine patzige Antwort und immer wieder erinnert sie die anderen daran, dass sie bald sterben wird. Das Verhalten ist zwar ein bisschen unfair und würde sie unsympathisch machen, aber da man das Buch aus Tessas Sicht liest und ihre Gedanken und Gefühle erfährt, ist das gut nachvollziehbar. Aber nicht nur der Tod ist dabei ein Thema, sondern sie macht sich auch Gedanken über Dinge, die für Jugendliche ganz normal sind, wodurch man sich besonders gut mit ihr identifizieren kann. So ist sie zum Beispiel unsicher wegen ihres Körpers und hat auch völlig normale Probleme. Gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, durch die man das Buch schnell lesen kann und gar nicht mehr aufhören möchte.

Die Grundstimmung des Buches ist durch das Thema bedingt natürlich ziemlich traurig. Man weiß schon von Anfang an, wie es enden wird und das bleibt während des Lesens die ganze Zeit im Kopf. Trotzdem ist die Geschichte nicht durch und durch traurig, sondern es gibt viele super schöne Momente, die zeigen, dass das Leben auch dann noch lebenswert ist, wenn es nicht mehr lange dauern wird.
Tessa und Oskar fand ich zusammen sehr süß und perfekt für dieses Buch. Er sorgt dafür, dass sie wieder lachen kann und von ihrem Schicksal abgelenkt wird, sodass sie ihre letzte Zeit mit ihm zusammen genießen kann. Das einzige, was mich etwas gestört hat ist, dass es quasi Liebe auf den ersten Blick war und das etwas zu schnell ging. Außerdem war mir das erste Kapitel ein bisschen zu kitschig und unrealistisch in Bezug auf den Rest der Geschichte.

Dieses Buch ist nicht nur eine süße Liebesgeschichte, sondern viel mehr. Es regt zum Nachdenken an und zeigt, dass man seine Zeit gut nutzen sollte, auch wenn man darin keinen Sinn mehr sieht. Außerdem wird vermittelt, dass man sich gut überlegen sollte, was im Leben wichtig ist, weil man nie weiß, wie lange man noch Zeit hat um zu tun, was man schon immer machen wollte. Das klingt zwar klischeehaft, wird aber unglaublich schön in die Geschichte eingebaut, ohne dass es belehrend wirkt oder als würde es unbedingt tiefgründig wirken wollen.

Hinten im Buch befindet sich eine Playlist passend zur Geschichte. Die Lieder sind größtenteils eher melancholisch und passen gut zur Handlung. Leider habe ich sie erst nach dem Lesen gefunden, weshalb ich das hier erwähne. Vielleicht möchte von euch ja jemand schon beim Lesen die passende Musik hören.

Fazit:
Eine wunderschöne (etwas zu überstürzte) Liebesgeschichte, aber noch viel mehr. Eine Geschichte über das Leben und Sterben und dass man sein Leben wirklich leben soll, statt immer nur Pläne zu schmieden.
4,5/5 Punkten

Kommentare:

  1. Ich hab das Buch auch vor Kurzem gelesen und fand es richtig schön. Vor allem die Sache mit den passenden Songs. Ich mag es total, wenn ich ein Buch nicht nur lesen, sondern auch richtig erleben kann. Passende Songs sind da die perfekte Ergänzung. Ich hatte das Buch auch so gelesen, dass ich die passenden Songs dazu gleich angehört hab, so wurde das Lesen nochmal ganz anders erlebt.

    lass dir liebe Grüße hier
    Sandra

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    1. Das ist wirklich schön und auch etwas besonderes. Ich wüsste spontan nur ein anderes Buch, was eine passende Playlist dabei hatte und ich finde, das sollte es wirklich öfter geben. Zumal ich oft von Autoren lese, dass sie beim schreiben Musik hören. Wieso dann nicht den Leser daran teilhaben lassen? :)
      Danke für den Kommentar!

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  2. Die Idee mit der Playlist im Buch finde ich auch richtig schön. Mochte ich auch bei "Maybe Someday" total, wo man sich die Lieder, die die Charaktere im Buch geschrieben haben anhören konnte :)
    Liebste Grüße, Eva

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  3. Hey Jacquy,
    dieses Buch habe ich schon seit einiger Zeit bei mir liegen und nachdem ich gerade deine Rezension gelesen habe sollte es wohl etwas weiter nach oben wandern. Für gewöhnlich ist das eigentlich gar nicht mein Genre, aber der Inhalt hat es mir angetan und das Cover ist ja nun auch wirklich toll.
    Danke für den Hinweis mit der Playlist, ich blättere selten vor und hätte sie somit auch erst am Ende entdeckt.

    Viele Liebe Grüße,
    Rena

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    1. Ich denke, die Chancen stehen sehr gut, dass du es mögen wirst. Die meisten Meinungen die ich dazu gelesen habe sind völlig begeistert :)
      Ich hoffe es gefällt dir!

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