Donnerstag, 9. Juni 2016

Classic Confessions #2 - Alle Schullektüren gelesen?

Hallo!
Wie ihr vielleicht schon über andere Blogs mitbekommen hat, ist Anfang des Monats bei Antonia von Lauter&Leise eine neue Aktion gestartet, in der sich alles um Klassiker dreht. Ein Jahr lang wird nun jede Woche eine Frage rund ums Thema gestellt und wer mag, darf sich gerne anschließen und sie auf seinem Blog beantworten.
Da ich auf die letzte Frage (Was ist für dich ein "Klassiker"?) keine gute Antwort hatte, sondern mich lieber darauf beschränkt habe, die individuellen Definitionen der anderen zu lesen, steige ich diese Woche nun verspätet ein. Ich weiß noch nicht, ob ich jetzt regelmäßig jedes Mal dabei bin, aber ich werde mir Mühe geben, wenn die Fragen passen. Da man immer 7 Tage für die Beantwortung hat, fliege ich zum Glück auch nicht sofort wegen Unpünktlichkeit raus. :D


Los geht's! Die aktuelle Frage lautet:

Habt ihr alle Klassiker, die ihr in der Schule lesen solltet, auch gelesen und welche habt ihr gelesen?


Puh, da muss ich erst mal eine mentale Reise in die Vergangenheit und eine physische Reise zu meinem Bücherregal machen, kann aber trotzdem nicht versprechen, dass meine Liste vollständig wird.
Kabale & Liebe, Iphigenie auf Tauris, Die Physiker, Der Prozess, Wilhelm Tell, Andorra, Tauben im Gras, Hiob, Krabat.
Das sind die, die ich spontan zusammentragen konnte. Daneben gibt es natürlich auch noch andere Bücher, die wir lesen mussten, aber die würde ich wohl nicht als Klassiker zählen, weshalb sie in diesem Post nichts zu suchen haben.

Zuerst einmal: Ja, ich habe alle Bücher gelesen. Teilweise nicht ganz pünktlich vor der Deadline, aber schlussendlich habe ich jede Lektüre mindestens einmal komplett gelesen. Das war nicht immer eine Freude, aber ich hasse nichts mehr, als im Unterricht zu sitzen und nicht zu wissen, worüber gerade gesprochen wird.

Dabei gab es natürlich wie immer Bücher, die mehr und welche, die weniger gefallen haben. Mit Wilhelm Tell, Andorra und Tauben im Gras konnte ich beispielsweise leider so gar nichts anfangen und habe mich durch jede Seite gequält. Bei den ersten beiden Beispielen weiß ich auch schon gar nicht mehr, worum es überhaupt ging. Da überlege ich noch, ob ich den Büchern irgendwann noch mal eine Chance geben oder meine Zeit lieber etwas anderem widmen sollte.
 Der Prozess war super anstrengend und verwirrend, aber im Endeffekt ist Kafka doch irgendwie interessant.
Iphigenie auf Tauris und Hiob waren halbwegs okay, aber ich würde um ehrlich zu sein auch nicht sagen, dass ich sie wirklich gerne mochte.
Dagegen fand ich Krabat damals ganz gut, als ich es in der 5. Klasse (?) lesen musste, auch wenn ich es etwas seltsam fand.
Kabale & Liebe war dann wirklich ganz unterhaltsam und es hat mir auch richtig Spaß gemacht, es im Unterricht zu analysieren und Die Physiker fand ich sogar richtig gut. Das Buch enthält so viele Vorausdeutungen auf das Ende, die man nicht sieht, wenn man es noch nicht kennt, aber als mir das nachher klar wurde, habe ich das Buch gleich noch mal gelesen und fand es absolut klasse, die vielen neuen Dinge zu entdecken. Manchmal lohnt es sich eben doch, noch mal mit neuem Wissen an etwas heranzugehen und es auf eine ganze neue Art zu sehen. Außerdem war es witzig, wenn ich mich richtig erinnere und ich würde es auf jeden Fall empfehlen.

Wie sieht es bei euch aus? Durchgequält, davor gedrückt oder sogar gemocht?

Kommentare:

  1. Also, „Die Physiker" stehen wohl wirklich auf jeder Liste. :D Wundert mich nur, dass alle so positiv davon berichten, ich kann mich kaum noch an das Buch und meine Meinung dazu erinnern.
    Ich muss es definitiv noch einmal lesen!
    Was ich weiß, ist, dass es, glaube ich, einen sehr interessanten Twist hatte. Alleine die Frage, wie mit Wissen umgegangen werden muss und die Tatsache, dass alles, was ein Mensch erfindet, auch ein anderer erfinden kann...
    Auf alle Fälle ein sehr wichtiges und gerade heute sehr aktuelles Buch.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. »Die Physiker« sind auch einfach grandios. Ach, was sage ich - nahezu alle Bücher Dürrenmatts :D
      In unserer Schule war es etwas zweigeteilt: die Schüler, die Deutsch als Leistungskurs hatten, bekamen entweder den »Besuch der alten Dame« oder »Die Phaysiker«, die Grundkursler dagegen lasen »Der Richter und sein Henker«. Ich würde wirklich sagen, wenn Du willst, lies es nochmal, manchmal braucht es wirklich einfach den Abstand von dem schulischen Zwang, um ein Buch genießen zu können.

      Liebe Grüße

      Shaakai

      Löschen
    2. Genau, das Thema mit den Erfindungen fand ich auch richtig gut. Ich würde auch empfehlen, das Buch noch mal ohne Zwang zu lesen. Lange dauert es ja nicht, wäre also nicht so eine Zeitverschwendung, falls es dir wieder nicht gefallen sollte. :D
      Liebe Grüße!

      Löschen
  2. Huhu!

    Die Physiker habe ich vor dem Abitur gelesen, weil es so schön zu unserem Rahmenthema gepasst hat, dass ich ein bisschen darauf spekuliert habe, dass es bei der Drameninterpretation drankommen könnte (kam es nicht - Faust II, was generell nicht so mein Fall war, also Faust I und Faust II und weil dann die textgestützte Erörterung noch eine Essay-Schreibaufgabe war, war es das dann mit meinem Plan der Drameninterpretation) (wo war ich jetzt eigentlich?) (ach ja) und ich habe es GELIEBT. Hätte das nie gedacht, weil ich die Geschichte so grob vorher schon mal gehört hatte und sich mir die Faszination erst auch ein wenig entschlossen hat, aber ich habe dieses Buch angefangen und - ungelogen - in einem Stück durchgelesen. Herrlich und großartige Thematik.

    Kabale und Liebe hat mir eigentlich auch ganz gut gefallen (das haben wir, soweit ich mich erinnern kann, in der 8. oder 9. Klasse gelesen), aber die Figurencharakteristik, die wir dazu schreiben mussten, war wahrscheinlich so das Schlechteste, was ich jemals zu Papier gebracht habe. Da wäre ich am Ende wirklich gern einfach im Boden versunken und nie wieder aufgetaucht.

    Kafka ist bei uns ein bisschen untergegangen, aber er steht noch groß und fett auf meiner Liste. Ich habe vor einer kleinen Ewigkeit schon mal eine Kafka-Biografie begonnen, aber irgendwie hat die sich aus mir vollkommen unbekannten Gründen selbst von meinem eReader entfernt (und ich war schon zu zwei Dritteln durch!) - danach wollte ich dann eigentlich gern Geschichten von ihm lesen und richtig gern auch "Briefe an den Vater", weil ich Kafka als Mensch unheimlich interessant finde. (Und irgendwann besuche ich auch mal Prag, ganz im Sinne von "auf den Spuren von Franz Kafka")

    Freut mich jedenfalls sehr, dass du diese Woche an der Aktion teilgenommen hast und ich entschuldige mich für die späte Antwort auf deinen Beitrag - ich hatte die letzten zwei Tage alle möglichen Abiturabschlussfeierlichkeiten und war demnach ein bisschen eingespannt.

    Liebe Grüße,
    Antonia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ah ein Kommentar-Roman, ich liebe sowas!
      Bei den Physikern ging es mir auch so. Der Titel hat mich erst sehr abgeschreckt, aber dann war ich direkt begeistert und habs komplett durchgelesen.

      Mit den Charakteren in Kabale und Liebe hatten ich und mein Kurs auch so unsere Probleme, aber die Lehrerin hat uns das dann alles noch mal richtig offensichtlich dargelegt und spätestens da hatten wir dann auch alles verstanden :D War aber auch schon in der 11. Klasse, glaube ich. Trotzdem gab es einige "der Kerl ist so romantisch und liebt das Mädel über alles" Interpretationen, bis wir mal ganz unauffällig mit dem Zaunpfahl darauf hingewiesen wurden, was alles dagegen spricht und dass er sie eigentlich überhaupt nicht respektiert. Nun ja, wir hatten wohl alle etwas naive Vorstellungen. :D

      Was Kafkas Biografie und die Briefe an den Vater angeht, wollte ich mich auch noch mal ein bisschen damit befassen. Dazu haben wir nur die knappe Kurzversion gemacht, die für die Interpretation irgendwie nützlich sein könnte. Interessant ist es aber schon, stimmt.

      Macht doch nichts, freut mich sehr, dass du überhaupt kommentiert hast.
      Liebe Grüße!

      Löschen