Dienstag, 14. Juni 2016

[Rezension] Panic

Autorin: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen / Harper Collins
Format: Hardcover / Taschenbuch
Seitenzahl: 368 / 416
Preis: €17,99 / wechselt
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Reihe: -



Inhalt:
Panic ist jedes Jahr Tradition für den jeweiligen Abschlussjahrgang der High School. Dabei werden die Teilnehmer in mehreren Runden gefährlichen Prüfungen unterzogen, bei denen wie wortwörtlich ihr Leben riskieren und der Gewinner am Ende 60.000 Dollar gewinnt. Dieses Jahr entscheiden sich unter anderem Heather und Dodge dafür, gegen die anderen Teilnehmer anzutreten und für den Preis zu kämpfen. Aber nur einer kann am Ende gewinnen.

Meinung:
Panic ist ein unglaublich gefährliches "Spiel", bei dem die Teilnehmer schon als Aufnahmeprüfung von einer hohen Klippe ins Meer springen müssen - und die anderen Aufgaben werde noch um einiges gefährlicher. Ich als Leser konnte absolut nicht nachvollziehen, wieso man dafür sein Leben riskieren sollte und wie man so unvernünftig sein kann, aber die Charaktere haben jeder so ihre Gründe, die ich mal mehr, mal weniger "ehrenhaft" fand. Manches konnte ich nachvollziehen, manches nicht und trotzdem fragt man sich, ob man selbst dafür das Risiko eingehen würde. Das machte für mich den Reiz an diesem Buch aus. Die Gefahr liegt immer in der Luft, man weiß nie, was die nächste Prüfung sein wird und wer am Ende unbeschadet aus dem Wettbewerb herausgehen kann. Sehr gestört hat mich allerdings, dass am Ende einiges offen bleibt. Da hätte ich mir doch deutlich mehr Antworten gewünscht.

Die Geschichte wird aus Sicht von Heather und Dodge erzählt. Heather lebt mit ihrer kleinen Schwester und einer verantwortungslosen Mutter in einem winzigen Wohnwagen und tut alles, damit sie der Stadt und dieser Situation entfliehen kann. Sie handelt teilweise sehr spontan und wirkt damit wie das Gegenteil von Dodge, bei dem jeder Schritt durchdacht und geplant wirkt. Er hat ganz andere Motive für seine Teilnahme und ich fand es interessant, diese herauszufinden.
Wirkliche Nähe konnte ich zu den Charakteren allerdings nicht aufbauen, was die Leseerfahrung etwas getrübt hat.

 Ich habe allerdings noch andere Kritik am Buch. Zum einen hat mich sehr gestört, dass so unglaublich viele Schüler sich einfach so bereiterklären, für Geld ihr Leben zu riskieren. Ich kann nicht sagen, dass ich nicht erwarte, dass Menschen das tun würden, allerdings war die Anzahl dann doch erschreckend. Ich würde Jugendlichen schon zutrauen, dass sie sich den Gefahren bewusst sind und nicht so leichtsinnig handeln und mit ihrem Leben spielen. Gerade, wenn kein triftiger Grund dafür vorliegt.
Außerdem scheint es Eltern und Autoritäten die meiste Zeit recht wenig zu interessieren und wenn doch, machen sie ihren Job sehr schlecht. Von den Eltern der Charaktere bekommt man generell nicht viel mit, aber man sollte doch meinen, dass sie über Panic Bescheid wissen, wenn es im Ort Tradition ist und es immer wieder Verletzte oder sogar Tote dadurch gibt. Trotzdem scheinen sie sich nicht darum zu kümmern, ob ihre Kinder da involviert sind. Die Polizei kriegt zwar Wind von der Sache, allerdings schafft sie es auch nicht, da etwas auszurichten oder auch nur genaueres rauszufinden, was ich in einer Kleinstadt, in der sich alles rumspricht, doch etwas fragwürdig finde.
Das ist natürlich Ansichtssache und obwohl ich selbst es unrealistisch finde, muss das natürlich nicht jeden stören. Für mich sorgt das allerdings auf jeden Fall für Abzüge in der Bewertung.

Was mir widerum gefallen hat, ist dass es nicht nur um Panic geht, sondern man auch ein bisschen was über das Leben der Protagonisten erfährt, sodass man ein paar Hintergründe hat. So konnte man mehr mitfiebern und es war einem nicht völlig egal, was nachher aus ihnen wird.

Fazit:
Panic ist ein interessantes Konzept und man weiß nie, was als nächstes passieren wird und wie die Charaktere aus allem wieder rauskommen, sodass es keinesfalls an Spannung fehlt. Trotzdem habe ich einige subjektive Kritikpunkte, an denen sich aber nicht jeder Leser stören wird.
3/5 Punkten

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