Freitag, 9. Dezember 2016

[Rezension] Ich und die Menschen

Autor: Matt Haig
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 352
Preis: €9,99
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Reihe: -


Inhalt

Andrew Martin hat eine bedeutende mathematische Entdeckung gemacht – und dafür muss er nun sterben. Anschließend wird er durch einen Außerirdischen ersetzt, der den Auftrag hat dafür zu sorgen, dass nichts über die Entdeckung bekannt wird, weil die Menschheit damit zum jetzigen Zeitpunkt zu viel Schaden anrichten würde. Nach einiger Zeit auf der Erde muss „Andrew“ allerdings feststellen, dass die Menschen doch anders sind als er dachte und es gar nicht so leicht ist, sie zu töten, wenn man selbst immer mehr wie sie wird.


Meinung

In dieser Geschichte hat ein Außerirdischer die Position eines Menschen eingenommen und das wird auf unterhaltsame Art schon zu Beginn des Buches dadurch deutlich, dass er den Leser direkt anspricht. Dabei wendet er sich aber an seine eigene Art und erzählt von seinen ersten Eindrücken auf der Erde und von den Menschen und schon damit war ich überzeugt. Das alles wird zwar überspitzt, aber auf eine sehr unterhaltsame Art dargestellt, in der man sich und seine Mitmenschen auf gewisse Art doch wiederfindet. Wie absurd das alles für den Protagonisten ist, ist super witzig zu lesen und insgeheim musste ich ihm doch manchmal zustimmen.

Als er auf der Erde ankommt, hat er überhaupt keine Ahnung vom menschlichen Leben und kennt nur die schlechten Seiten. Da die „Regierung“ seines Planeten die Reise geplant und ihm den Auftrag gegeben hätte, hätte ich schon erwartet, dass sie ihn etwas darauf vorbereiten. Hier kommt es nämlich zu einigen Logikfehlern und meinen einzigen Kritikpunkten an dieses Buch. Auffällig war es, dass er zunächst eine Menge Aufsehen erregt, indem er unbekleidet durch die Stadt läuft, da ihm nicht bewusst ist, dass Kleidung eine Konvention ist, die man hier einhalten sollte, aber andererseits nimmt er wie selbstverständlich seinen Schlüsselbund mit, als er kurz darauf das Haus verlässt. Wieso er also manche Dinge einfach so weiß, obwohl er scheinbar nicht vorbereitet wurde, erscheint mir nicht logisch.
Darüber kann ich bei all den positiven Aspekten allerdings hinwegsehen.

Wie schon erwähnt ist das Buch sehr witzig und ich musste regelmäßig lachen oder grinsen, was vor allem an den überzogenen, aber doch irgendwie akkuraten Beschreibungen der Menschen oder deren Gewohnheiten lag. Daneben spricht das Buch aber auch viele andere Gefühle an. Was ich über dieses Buch gehört habe ist, dass es ein Buch über das Mensch(lich)-Sein ist und besser kann ich es nicht ausdrücken. Es zeigt zwar die negativen Seiten der menschlichen Existenz, erinnert aber auch an viele positive und lässt einen insgesamt sehr nachdenklich zurück.


Fazit

Ein faszinierender Blick auf die Menschheit aus Sicht eines Aliens, der nicht nur die negativen, sondern auch die positiven Seiten kennenlernt und dem Leser nachdenklich und mit viel Gefühl nahelegt.
4,5 Punkten

Kommentare:

  1. Ich hätte mir den Klappentext des Buches schon viel eher anschauen müssen, das klingt ja richtig gut :-) Den Blick auf die Menschheit durch nicht-menschliche Augen finde ich immer ganz spannend, gerade lese ich beispielsweise "Glennkill", in dem Schafe die Hauptrolle spielen. Da fallen einem erst so richtig die Eigenheiten der Menschen auf :-)
    Danke für den Buchtipp, jetzt wo ich weiß worum es geht und nach deiner guten Bewertung will ich es unbedingt lesen.

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    1. Ich bin auch erst durch eine Rezension darauf aufmerksam geworden und normalerweise hätte ich mir auch gar nicht erst angeschaut, worum es geht, aber ich bin super froh, dass ich das getan habe.
      Ah, cool, da ist vielleicht auch der Unterschied der Perspektive von Schafen und Außerirdischen spannend :D
      Es freut mich, dass du es jetzt auch lesen willst!

      Liebe Grüße,
      Jacqueline

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  2. Ich hab das Buch schon länger hier liegen, weil mir die Idee, die menschheit einmal durch die Augen eines Alien zu sehen, so gut gefallen hat. Durch Deine Rezi wird das Buch gleich noch ein Stück höher im SUB wandern. Wie ärgerlich, dass man nicht alle tollen Bücher sofort und auf der Stelle lesen kann :-(

    LG Gabi

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    1. Das ist tatsächlich immer ein großes Problem :D Ich hoffe du kommst bald dazu und es gefällt dir genauso gut wie mir!

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  3. Hey, ich bins nochmal :)
    Leider konnte mich das Buch gar nicht begeistern. Ich fand alles zu surreal und einfach seltsam. Der Alien sollte auch die Depression darstellen, was ich ehrlich gesagt sehr weit hergeholt fand. Schade, denn "Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben" fand ich genial, vielleicht hatte ich auch zu hohe Erwartungen.

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    1. Oh, okay. Vielleicht ist es dann besser, wenn ich mich einfach nicht über mögliche Interpretationen informiere, sondern es so stehen lasse. :D Schade, dass es dir nicht gefallen hat. "Ziemlich gute Gründe..." möchte ich auch noch unbedingt lesen!

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