Dienstag, 27. Dezember 2016

[Rezension] Welcome to Night Vale

Autoren: Joseph Fink & Jeffrey Cranor
Verlag: Harper Perennial / Klett Cotta
Format: Hardcover
Seitenzahl: 401
Reihe: -


Inhalt

Jackie ist 19 und führt schon seit einigen Jahrzehnten ein Pfandhaus in Night Vale, einem kleinen aber umso seltsameren Ort in der Wüste. Eines Tages kommt ein Fremder in den Laden und verpfändet einen Zettel mit der Aufschrift „King City“, den Jackie von diesem Moment an wortwörtlich nicht mehr aus der Hand legen kann.
Diane ist die Mutter eines 15-jährigen Gestaltwandlers, der sich auf die Suche nach seinem Vater machen möchte. Vorher möchte sie allerdings so viel wie möglich über ihn herausfinden und dabei kreuzen sich die Wege der beiden Charaktere, deren Spuren sie beide nach King City zu führen scheinen.


Meinung

Vorneweg muss ich hier anmerken, dass ich den zugehörigen Podcast super gerne höre und dadurch in meiner Meinung zum Buch etwas beeinflusst bin. Ich kannte die Stadt und seine Bewohner bereits und wusste, worauf ich mich bei dieser Geschichte einlasse und daher fällt für mich die Möglichkeit raus, dass ich mit dem Stil des Buches nichts anfangen konnte. Generell empfehle ich in diesem Fall, auf jeden Fall die Leseprobe zu lesen, wenn ihr noch nicht damit vertraut seid, da das definitiv nicht jedermanns Fall ist.

"Pawnshops in Night Vale work like this. First you need an item to pawn. To get this, you need a lot of time behind you, years spent living and existing, until you've reached a point where you believe that you exist, and that a physical item exists, and that the concept of ownership exists, and that, improbable as all those are, these absurd beliefs line up in a way that results in you owning an item. Good job, nicely done."
Seite 3
Ich liebe den Schreibstil. Er ist außergewöhnlich, hat zwischenzeitlich zur Betonung Wiederholungen drin und generell ist er einfach anders. Erzählt wird die Geschichte von einem allwissenden Erzähler, der zwar immer einem der Charaktere (Jackie oder Diane) folgt, aber dabei zwischendurch Dinge einwirft, die andere denken oder fühlen oder auch den Leser direkt anspricht und Sachverhalte erklärt. Diese Erklärungen sind zwar nicht hilfreich, fand ich aber super witzig. Ob das alles so verständlich ist, wenn man die Welt vorher nicht kannte, kann ich aber leider nicht beurteilen.

"Diane had a cast when she was twelve. She had fallen out of a tree and broken her leg. This is a common injury for children, as trees dislike young humans and are notorious for picking them up and dropping them if they get too close."
Seite 268
In Night Vale ist nichts so, wie man es kennt und alles ist etwas absurd, wird aber als völlig normal dargestellt. Wenn die Bewohner etwas seltsam finden, dann muss es schon etwas extrem abgedrehtes sein und damit muss man zurechtkommen. Im Podcast liebe ich die Absurdität und teilweise Zusammenhangslosigkeit, aber ich Form einer zusammenhängenden Handlung hat es mir nicht mehr ganz so sehr gefallen. Die Geschichte muss schließlich einem roten Faden folgen und zu viele Abschweifungen lenken eher ab, auch wenn sie mir an sich gefallen.
Die Charaktere mochte ich ganz gern, aber durch die Art des Buches kann man sich natürlich nicht in allen Bereichen so gut mit ihnen identifizieren, wie das sonst oft der Fall ist und hat eher das Gefühl, sie nicht gut kennenzulernen. Gerade Jackie mochte ich aber, weil sie trotz der Tatsache, dass die Zeit für sie persönlich anders vergeht, immer noch übliche Probleme einer jungen Erwachsenen hat und auch Diane und Josh kennen die typischen Konflikte in einer Mutter-Sohn-Beziehung. Daran kann auch das seltsame Setting nichts ändern.


Fazit

Insgesamt kann ich sagen, dass ich ein großer Fan des Stils bin, er sich aber nicht hundertprozentig für eine zusammenhängende Geschichte eignet. Vor dem Kauf solltet ihr euch definitiv durch eine Leseprobe mit dem Schreibstil vertraut machen.
4/5 Punkten

Kommentare:

  1. Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich deine Rezension lesen soll. Das Buch liegt ja auch noch auf meinem SuB und für gewöhnlich lese ich Rezensionen von Büchern, die ich schon besitze erst nach der Lektüre, um nicht gespoilert zu werden. Da hätte ich bei dir keine Angst haben brauchen. Du hast mich nicht gespoilert. ;) Den Podcast kenne ich auch und er gefällt mir gut. Inwieweit das Buch mit allem mithalten kann, wird sich zeigen. Deine Bewertung fällt zumindest positiv aus und ich kann weiterhin gespannt darauf sein. :)

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    1. Das verstehe ich, ich lese auch meistens nur das Fazit wenn ich ein Buch noch lesen möchte. Hier habe ich besonders darauf geachtet, nicht viel zum Inhalt zu sagen, weil man da am besten ohne allzu viele Informationen rangehen sollte. Gut, dass mir das gelungen ist :D
      Dass du den Podcast magst ist schon mal eine gute Voraussetzung und ich hoffe, dass dir das Buch auch gefällt :)

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  2. Jetzt hab ich auch mal Deine Rezension gelesen und bin froh. Ich hatte bisher immer nur den Eindruck von Rezensionen mitgenommen, wie abgehoben das Buch sein soll und habe deshalb gezweifelt, ob es was für mich wäre.

    Es hat mir sehr geholfen, dass Du einige Zitate geteilt hast.

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    1. Ich denke es kommt einfach sehr darauf an, ob man schon weiß, was einen zu erwarten hat oder nicht. Schön, dass sie dir weitergeholfen hat :)

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