Freitag, 10. Februar 2017

[Rezension] Luna

Autorin: Julie Anne Peters
Verlag: deutsch: dtv (nicht mehr erhältlich)
           englisch: Little, Brown
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 248
Reihe: -


Inhalt

Regans Leben dreht sich fast ausschließlich um das ihres Bruders – denn eigentlich ist er ihre Schwester. Liam ist transgender und Regan die einzige Person, die davon weiß und ihn als Luna erleben kann. Diese Seite darf deshalb nur nachts zum Vorschein kommen und sie verbringt dann Stunden damit, sich hübsch zu machen und ein Mädchen zu sein. So kann es allerdings nicht weiter gehen und Liam beschließt, dass es Zeit wird, auch in der Öffentlichkeit zu Luna zu werden.


Meinung

Wie ihr vermutlich schon in der Inhaltsangabe merkt, fällt es mir hier schwer, die richtigen Pronomen zu verwenden, ich hoffe ihr verzeiht mir das. Auch im Buch wird dauernd zwischen ihnen hin und her gewechselt, je nachdem ob Liam oder Luna gerade die Rolle ist, in der sich der Charakter befindet. Das Buch ist aus Sicht von Regan, der Schwester, geschrieben. So kann man nicht direkt in den Kopf von Luna schauen, merkt aber schon, was sie beschäftigt und welche Probleme sie im Alltag hat. Außerdem wird so deutlich, wie viel Geheimhaltung erforderlich ist und wie sehr so etwas auch das Leben der Menschen verändert, die einem nahestehen.

Regan ist eine tolle Schwester und auch wenn sie immer öfter davon genervt ist, wie viele Einschränkungen sie durch Luna hat, unterstützt sie sie meist so gut sie kann und verzichtet dafür auf vieles. Dass Luna es ganz und gar nicht leicht hat ist offensichtlich und dafür habe ich auch Verständnis, aber oft wirkt sie für mich einfach egoistisch und denkt gar nicht darüber nach, was Regan wegen ihr immer durchmachen muss.

Als nicht-Betroffene kann ich natürlich nicht sagen, wie realistisch die Darstellung eines transgender Teenagers ist. Dadurch, dass das Buch nicht direkt aus ihrer Sicht geschrieben ist, fällt es einem als Leser so leichter, sich in die Perspektive hineinzuversetzen und an das Thema herangetragen zu werden. Man muss sich nicht direkt in Lunas Gedanken zurechtfinden und vielleicht das Problem haben, sie als Außenstehender nicht nachvollziehen zu können. Trotzdem wäre gerade das natürlich interessanter gewesen.

Man verfolgt hier Ereignisse, die mit Luna zusammenhängen, begleitet Regan aber auch ganz normal in die Schule, wo sie ihre eigenen Dinge erlebt und mit Problemen zurechtkommen muss. Außerdem gibt es immer wieder Rückblicke, in denen schon zum Vorschein kam, dass Liam nicht wirklich ein Junge ist und das fand ich sehr interessant, weil es eben zeigt, dass man schon so geboren wird und es nicht von einem Tag auf den anderen passiert.


Fazit

Auf der einen Seite ein typisches Jugendbuch mit Themen wie Familie und Schule, auf der anderen dreht sich aber alles um einen Teenager, der im Körper des falschen Geschlechts geboren wurde. Interessanter wäre es aber gewesen, wenn dies auch die Perspektive wäre, aus der die Geschichte erzählt wird.
4/5 Punkten

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