Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Welt aus Staub

Autor: Stephan R. Bellem
Verlag: Ueberreuter
Format: broschiert
Seitenzahl: 397
Preis: €16,95
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Reihe: -


Inhalt

Die Umwelt ist zerstört, es können keine Pflanzen mehr auf der Erde überleben und ihre Bewohner sind dadurch natürlich stark eingeschränkt. Tessa, Elaine, Sam, Paul, Danny, Sid – das sind alles Menschen, die im Delta Komplex leben, während die Welt außerhalb der Stadt nur noch aus Staub und Dreck besteht. Trotzdem führen sie völlig unterschiedliche Leben, aber etwas verbindet sie.


Meinung

Bei diesem Buch handelt es sich um einen postapokalyptischen Roman, der Ansätze einer Dystopie beinhaltet. Aufgrund einer Katastrophe ist die Erde von Pilzsporen bedeckt, die Pflanzen innerhalb weniger Tage zerstören, wenn sie überhaupt die Chance bekommen, zu wachsen. Dadurch konnte sich ein Unternehmen aufbauen, das dafür eine semi-gute Lösung gefunden hat und nun den Lebensmittelmarkt kontrolliert. Es gibt strenge Gesetze, so ist zum Beispiel der Besitz von Pflanzen illegal und wer zuwider handelt, wird erschossen.
Ich habe etwas Zeit gebraucht, bis ich mich in dieser Welt zurechtgefunden habe. Obwohl die Außenwelt zerstört ist, ist innerhalb der Stadt doch noch alles intakt und in zwei Bezirke aufgeteilt, den oberen und den unteren. Im oberen wohnen die Reichen, der untere ist praktisch das Ghetto. Die Menschen leben aber größtenteils noch so wie wir heutzutage, nur auf engerem Raum und mit einigen Einschränkungen. Da es sich ja um eine Postapokalypse handelt, musste ich mir das immer wieder bewusst machen.
Generell hat mir das Konzept gut gefallen, auch wenn ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht hätte. Über die Vergangenheit ist nämlich nicht viel bekannt und auch nicht darüber, wie die Stadt überhaupt entstanden ist, wieso wer an der Macht ist und generell bleibt das alles sehr blass.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. So folgen wir unter anderem Tessa, einer jungen Prostituierten, Elaine, einer Schmugglerin und Sam, einem Angestellten des Lebensmittelunternehmens. Sie führen völlig unterschiedliche Leben, auch wenn sie in der gleichen Stadt leben und das fand ich sehr interessant zu sehen. Eine Bindung aufgebaut habe ich allerdings zu keinem von ihnen, auch wenn sie mir sympathisch waren und ich es jeweils echt spannend fand, ihnen zu folgen. Das liegt vermutlich an den wechselnden Perspektiven, aber auch daran, dass das Buch nicht viele enge Beziehungen enthält und es deshalb allgemein keinen besonders emotionalen Ton hat, sondern eher nüchtern erzählt wird, auch im Hinblick auf die anderen Charaktere.

Die Handlung konnte mich aber mit einigen Wendungen überraschen, die ich nicht erwartet habe. Manches hätte ich mir zwar früher erschließen können, wenn ich aufmerksamer mitgedacht hätte, anderes war für mich aber völlig unvorhersehbar. Bis kurz vor Schluss wusste ich überhaupt nicht, wie das Buch ausgehen könnte und das ist generell ein gutes Zeichen. Dafür ist das Ende allerdings sehr offen.


Fazit

Ein interessantes Worldbuilding, über das ich für meinen Geschmack aber zu wenig erfahren habe, interessante Charaktere, zu denen ich aber keine Bindung aufbauen konnte und überraschende Wendungen. Eindeutiges Potenzial, das aber besser hätte ausgeschöpft werden können.
3/5 Punkten

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