Freitag, 14. Juli 2017

[Rezension] Alles, was ich sehe

Autorin: Marci Lyn Curtis
Verlag: Königskinder (Carlsen)
Format: Hardcover
Seitenzahl: 432
Preis: €18,99
Reihe: -


Inhalt

Aufgrund einer Krankheit ist Maggie seit sechs Monaten blind. Dieser Vorfall hat ihr Leben natürlich grundlegend verändert und sie entmutigt. Bisher war Fußball ihr Lebensinhalt und die Sache, die sie mit ihrer Mutter verband, aber jetzt kann sie nicht mehr spielen und findet auch sonst nicht mehr viel Freude an Dingen, vor allem da sie auch den Kontakt zu ihren bisherigen Freunden abgebrochen hat. Dann lernt sie zufällig Ben kennen, ausgerechnet als sie gerade ausgerutscht und auf den Kopf gefallen ist - und kann ihn sehen. Nur ihn. Der 10-jährige sorgt dafür, dass sie das Leben wieder aus einer anderen Perspektive betrachtet - wortwörtlich.


Meinung

Es geht in diesem Buch um eine blinde Hauptfigur, die nur eine bestimmte Person und einen kleinen Kreis um sie herum sehen kann. Das war es, was mich unglaublich neugierig auf dieses Buch gemacht hat, unter anderem auch deshalb, weil ich dadurch gar nicht wusste, in welches Genre man es einordnen kann.

Ich muss direkt anmerken, wie positiv ich es finde, dass die Protagonistin blind ist. Das kannte ich bisher nicht und hat mir als Leser mal eine neue Sichtweise gegeben. Natürlich ist das ein wichtiges Element für die Handlung, aber auch darüber hinaus wird das sehr gut thematisiert. Es geht dabei sowohl um die eigene Anpassung an den Alltag als auch die Reaktionen von Freunden und Familie und es gefällt mir sehr, dass das nicht außer Acht gelassen wurde.

Sehr gut gelungen sind auch die Charaktere. Maggie ist zu Beginn kein besonders positiver Mensch, weil sie durch ihre Blindheit fast alle Dinge aufgeben musste, die sie bisher ausgemacht haben. Entweder, weil sie dazu gezwungen war, oder weil sie sich selbst nicht mehr getraut hat. Als Ben in ihr Leben tritt, ändert sich das langsam und das ist auch kein Wunder. Ben ist ein fantastischer Charakter. Er ist deutlich jünger als Maggie, aber das hält ihn nicht davon ab, sie praktisch zu zwingen, seine Freundin zu sein. Er ist lebensfroh, clever und witzig und eigentlich wünscht sich jeder, einen Ben in seinem Leben zu haben.

Mich stört ein bisschen, dass das Rätsel auch am Ende nicht (für mich) zufriedenstellend gelöst wurde, aber das ist wohl einfach eine Sache, die ich so akzeptieren muss. Trotzdem schade, da die Neugierde darauf der ausschlaggebende Grund war, weshalb ich das Buch überhaupt gelesen habe.


Fazit

Ein berührendes Buch über eine blinde Protagonistin, die mithilfe eines Jungen wieder mehr zurück ins Leben findet.
4,5/5 Punkten

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